Turnaround & Krisenmanagement
Turnaround: Erst stabilisieren, dann neu aufbauen.
Interim Management für Restrukturierung und Krisensituationen: Wenn ein Bereich seine Leute verloren hat, ein Programm mehrfach gescheitert ist oder das Tagesgeschäft wackelt, übernehme ich die Führung — mit Lagebild in zehn Tagen und einem Plan, der hält.
In der Krise ist Zeit die knappste Ressource. Jede Woche ohne Entscheidung kostet Kunden, Mitarbeiter und Vertrauen bei Eigentümern und Banken. Ein Krisenmanager auf Zeit bringt drei Dinge mit, die intern gerade fehlen: den Blick von außen, die Freiheit von alten Loyalitäten und die Erfahrung, dass es sich schon einmal ausgegangen ist.
Woran Sie die Krise erkennen, bevor sie eskaliert
Die meisten Krisen kündigen sich an. Diese Signale sehe ich in fast jedem Turnaround-Mandat im Rückblick:
- Schlüsselpersonen kündigen — und ihr Wissen geht mit ihnen.
- Termine werden zum dritten Mal verschoben, jedes Mal mit guter Begründung.
- Das Reporting ist grün, aber die Fachbereiche beschweren sich.
- Externe Dienstleister bestimmen Tempo und Prioritäten, nicht das Unternehmen.
- Eigentümer und Aufsichtsrat erfahren von Problemen zuletzt.
Wenn zwei oder drei dieser Punkte zutreffen, ist ein Gespräch überfällig — nicht, weil alles verloren wäre, sondern weil Handlungsspielraum noch vorhanden ist.
Mein Vorgehen in vier Schritten
- 1. Lagebild in zehn Tagen. Gespräche mit Team, Fachbereichen, Lieferanten und Eigentümern. Zahlen, Verträge, offene Risiken. Am Ende steht eine ehrliche Einschätzung: Was ist zu retten, was nicht, was kostet es.
- 2. Stabilisieren. Der Betrieb muss laufen, bevor er besser wird. Kritische Aufgaben werden gesichert, Abgänge gestoppt oder kompensiert, die wichtigsten Stakeholder bekommen eine verlässliche Ansprechperson.
- 3. Neu aufbauen. Strukturen, Rollen und Partner werden so gestaltet, dass sie ohne Dauerkrise tragen — schlanker als vorher, mit klaren Verantwortlichkeiten und messbarer Servicequalität.
- 4. Übergeben. Eine dauerhafte Führung wird gefunden oder aus dem Team entwickelt, Entscheidungen sind dokumentiert, das Reporting läuft ohne mich weiter.
Beispiel: Ein Bereich ohne Team
Ein europäischer Baustoff-Konzern rief mich 2021, als von sieben IT-Mitarbeitern nur noch einer im Haus war. Das Tagesgeschäft hing an Zufällen, die Konzernmutter verlangte Antworten. Ich übernahm die Interim-Leitung von IT und Operations, sicherte zuerst den Betrieb und baute dann eine neue Struktur: drei Mitarbeiter plus externe Partner, ein unternehmensweites Sicherheitskonzept, neue Netzwerk- und Cloud-Partnerschaften in Abstimmung mit dem Mutterkonzern. Nach acht Monaten war die Servicequalität messbar höher als zuvor — bei geringeren Kosten.
Beispiel: Ein Programm nach drei Fehlversuchen
Ein österreichischer Mobilfunkbetreiber hatte die Integration dreier Fakturierungssysteme dreimal gestartet und dreimal abgebrochen; die geplante Laufzeit von eineinhalb Jahren war verstrichen. Ich übernahm 2020 die Programmleitung — und kurz darauf ein zweites, gleich großes Projekt mit demselben unverrückbaren Endtermin. Kein neues Team, keine zusätzlichen Budgets: Beide Projekte waren zwei Monate vor Termin fertig.
Der Hebel war nicht Technik, sondern Führung: Prioritäten, die täglich gelten, Konflikte, die ausgesprochen werden, und ein Status, dem alle trauen. Wenn die Krise vor allem in der IT liegt, finden Sie Vertiefendes unter Interim CTO / CIO.
Kommunikation mit Eigentümern und Aufsichtsrat
In der Krise entscheidet die Kommunikation nach oben über Vertrauen und Handlungsspielraum. Mein Standard in jedem Mandat:
- Ein schriftliches Lagebild nach zehn Tagen, mit Optionen und Empfehlung.
- Ein wöchentliches Update in einer Seite: Fortschritt, Risiken, Entscheidungsbedarf.
- Unangenehme Nachrichten sofort, nicht in der nächsten Sitzung.
- Entscheidungsvorlagen, die ein Gremium ohne Fachhintergrund beurteilen kann.
Wenn Eigentümer wissen, was los ist, geben sie Rückendeckung. Das ist die Voraussetzung dafür, dass ein Turnaround gelingt. Wie ich Mandate grundsätzlich anlege, lesen Sie unter Interim Management; weitere Ergebnisse finden Sie unter Referenzen.
FAQ
Häufige Fragen
Wie schnell kann ein Krisenmanager starten?
Innerhalb von Tagen. In Krisensituationen verkürze ich das Scoping auf das Nötigste — Rolle, Befugnisse, Berichtslinie — und beginne mit dem Lagebild, während die Vereinbarung finalisiert wird.
Was unterscheidet Turnaround-Management von Sanierungsberatung?
Der Sanierungsberater erstellt Gutachten und Konzepte, häufig für Banken oder Gerichte. Der Turnaround-Manager führt den Bereich oder das Unternehmen und setzt um. Beides kann sich ergänzen: Ich arbeite bei Bedarf mit Ihren Beratern, Anwälten und Wirtschaftsprüfern zusammen — die operative Verantwortung bleibt bei mir.
Was kostet Interim Management in der Restrukturierung?
Ein Tagessatz nach Verantwortung, Umfang und Dauer. Krisenmandate sind intensiver als Vakanzüberbrückungen, weil die ersten Wochen mit hoher Präsenz laufen. Die Konditionen nenne ich nach dem Erstgespräch; die Grundlagen stehen unter Ablauf und Konditionen.
Wie lange dauert ein Turnaround-Mandat?
Meist sechs bis zwölf Monate. Die Stabilisierung gelingt oft in den ersten Wochen; der Neuaufbau tragfähiger Strukturen und die Übergabe an eine dauerhafte Führung brauchen länger. Das Ende ist erreicht, wenn der Bereich ohne mich verlässlich läuft.
Was passiert mit dem bestehenden Team?
Es ist in den meisten Krisen der wichtigste Teil der Lösung. Die Mitarbeiter, die geblieben sind, kennen das Geschäft. Ich gebe ihnen Prioritäten, Rückendeckung und ein Ziel — und treffe Personalentscheidungen erst, wenn ich mir ein eigenes Bild gemacht habe.
Kontakt
Lassen Sie uns über die Lage sprechen.
Ein vertrauliches Erstgespräch — bevor der Handlungsspielraum kleiner wird. Sie schildern die Situation, ich sage Ihnen, was ich sehe und was ich tun würde.
Vertraulich und unverbindlich.