Methode

Systemisches Coaching: Fragen, die weiter tragen als Ratschläge.

Wie ich arbeite: systemisch und lösungsorientiert, mit Ihnen als Experte für Ihr Unternehmen — und mit einem Coach, der die Führungsrealität aus eigener Erfahrung kennt.

Führungskräfte fragen mich selten nach der Methode — bis sie merken, dass die Gespräche anders verlaufen als erwartet. Deshalb hier vorab, was Sie erwartet.

Woher der Ansatz kommt

Das systemische Coaching hat seine Wurzeln in der Familientherapie der 1950er- und 1960er-Jahre, mit einem wichtigen Zentrum in Palo Alto; die lösungsorientierte Ausprägung geht auf Steve de Shazer und Insoo Kim Berg zurück. Für Führungskräfte ist weniger die Geschichte interessant als die Konsequenz: Ein Unternehmen, ein Vorstand, ein Führungsteam ist ein System — verändert man ein Element, reagieren die anderen. Wer das ignoriert, wundert sich über Widerstand. Wer es nutzt, führt leichter.

Lösung statt Problem

Die meisten Gespräche über Probleme machen das Problem größer. Man analysiert Ursachen, verteilt Verantwortung, sucht den Fehler — und hat am Ende viel über das Problem gelernt und nichts über den Ausweg. Lösungsorientiertes Coaching dreht die Reihenfolge um: Wie sieht es aus, wenn es gelöst ist? Was davon gibt es heute schon, in Ansätzen? Was war anders an den Tagen, an denen es funktioniert hat?

Das ist kein Positivdenken. Es ist die Entscheidung, Energie dorthin zu lenken, wo sie etwas bewegt. Große Ziele werden in kleine, überprüfbare Schritte zerlegt — auch, weil große Ziele zuverlässig frustrieren.

Fragen als Instrumente

Ein systemischer Coach arbeitet mit Fragen, nicht mit Antworten. Einige davon werden Sie wiedererkennen, wenn wir zusammenarbeiten:

  • Skalierungsfragen: „Auf einer Skala von 1 bis 10 — wo stehen Sie heute? Was macht den Unterschied zwischen 4 und 5?“ Sie machen Fortschritt messbar und zeigen, was bereits wirkt.
  • Zirkuläre Fragen: „Was würde Ihre CFO sagen, wenn ich sie fragte, was Sie im Vorstand blockiert?“ Sie holen die Perspektiven der anderen in den Raum — ohne dass die anderen da sind.
  • Die Wunderfrage: „Angenommen, das Thema wäre über Nacht gelöst — woran würden Sie es morgen früh als Erstes merken?“ Sie macht sichtbar, was Sie eigentlich wollen, jenseits der Problembeschreibung.
  • Reframing: dieselbe Situation in einem anderen Rahmen sehen — der „Bremser“ im Team als derjenige, der Risiken benennt, die sonst niemand ausspricht.

Sie sind der Experte — ich bin der Sparringspartner

Systemisches Coaching geht davon aus, dass Sie Ihr Unternehmen, Ihr Team und Ihre Situation besser kennen als jeder Außenstehende — und dass die Lösung, die Sie selbst entwickeln, die einzige ist, die Sie auch umsetzen werden. Deshalb gebe ich keine Ratschläge. Meine Haltung dabei: allparteilich, neugierig, nicht-wissend, ressourcen- und auftragsorientiert. Ich arbeite mit Hypothesen, nicht mit Wahrheiten.

Was mich von einem Coach ohne Führungserfahrung unterscheidet: Ich weiß, wie sich Ihre Situation von innen anfühlt. Das macht meine Fragen präziser — und es erlaubt Ihnen, Dinge auszusprechen, ohne sie erst erklären zu müssen. Mehr zu meinem Hintergrund unter Über mich.

Wie eine Einheit konkret abläuft

  • Einstieg: Was ist seit dem letzten Mal passiert, was hat funktioniert? Welches Thema hat heute Priorität?
  • Auftrag für die Sitzung: Was soll am Ende der 50 bis 90 Minuten anders sein — ein Entschluss, eine Klarheit, eine Option mehr?
  • Arbeitsphase: Fragen, Hypothesen, Perspektivwechsel. Manchmal eine Skizze auf Papier, wer im System wo steht. Keine Übungen, keine Rollenspiele, kein Flipchart-Theater.
  • Abschluss: Was nehmen Sie mit, was probieren Sie bis zum nächsten Termin aus? Ein bis zwei konkrete Schritte, nicht zehn.

Zwischen den Einheiten liegen zwei bis vier Wochen — genug Zeit, dass sich etwas verändert. So funktioniert es im Executive Coaching generell, und besonders spürbar im CEO Coaching, wo jede Sitzung meist eine konkrete Entscheidung vorbereitet.

Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird. Aber soviel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll.

Georg Christoph Lichtenberg

FAQ

Häufige Fragen

Was ist systemisches Coaching, kurz erklärt?

Ein Coaching-Ansatz, der Sie nicht isoliert betrachtet, sondern in Ihren Zusammenhängen — Unternehmen, Team, Eigentümer, Markt. Er arbeitet mit Fragen statt Ratschlägen und mit Lösungen statt Problemanalysen. Ziel ist, dass Sie Ihre Handlungsmöglichkeiten erweitern, nicht, dass Sie meine übernehmen.

Ist lösungsorientiertes Coaching nicht oberflächlich?

Nein. Es verzichtet auf die Ursachenforschung, weil sich Ursachen selten ändern lassen — die Vergangenheit ist fix. Was sich ändern lässt, ist der nächste Schritt. Für Führungskräfte, die entscheiden müssen, ist das der pragmatischere Weg.

Bekomme ich wirklich keine Ratschläge?

Ratschläge in der Sache nicht — Ihr Unternehmen kennen Sie besser als ich. Was ich einbringe, sind Fragen, Hypothesen und Erfahrung darüber, wie Entscheidungen in Führungssystemen typischerweise wirken. Wenn Sie ausdrücklich meine Meinung wollen, sage ich sie — und kennzeichne sie als das, was sie ist.

Funktioniert systemisches Coaching auch online?

Ja. Fragen wirken per Video genauso wie im Raum; die meisten Methoden brauchen nichts als ein ungestörtes Gespräch. Details zu Formaten und Rahmen: Ablauf und Konditionen.

Kontakt

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